Wie alles begann
vom Tiergehege zum anerkannten Zoo
Anfang der 50er Jahre äußerte ein Hoyerswerdaer Naturfreund,
dessen Name leider nicht bekannt ist, die Idee, am Schlossgraben einige exotische Enten und
Schwäne anzusiedeln.
Von diesem Gedanken war der damalige Museumsdirektor Günter Peters begeistert.
1956 errichtete er mit enthusiastischen Helfern des „Nationalen Aufbauwerkes" ein
Tiergehege für Rehe und Schwäne. Als dann noch die Volieren für Fasane,
Perlhühner und Tauben an der Brücke fertiggestellt waren, feierten die Hoyerswerdaer
im September 1956 stolz die Eröffnung ihres Heimatgartens.
Und die Besucher strömten zu Hauf! Schon 1966 waren es 262000. Die ersten
Fernsehoriginalübertragungen flimmerten in der Sendung „Frühschoppen mit dem
Zoodirektor" am 4. Mai 1967 aus Hoyerswerda in ostdeutsche Stuben.
Tausende Bürger der Stadt und Umgebung erlebten frohe und vergnügliche Stunden im
Naherholungsgebiet Nr.1.
Weitere Tierspenden trafen aus der Elbmetropole ein: Nilgauantilopen, Zebras, Zebus,
Wattussirinder, Bisons, Känguruhs, Pumas, Meerkatzen, Emus und Aras.
Noch vor der Einweihung des neuerbauten Tropenhauses im August 1968 zog ein Flachland-Tapir
in die Halle ein. Bereits ein Jahr später verzeichneten wir im Tropenhaus Welterstzuchten
bei den exotischen Vogelarten Tonkibülbül und Vierfarben-Tangare.
1975 trat Günter Peters aus Altersgründen in den Ruhestand und übergab das
Direktorat an Dr. Hans Dieter Hohmann. Dieser legte sehr großes Augenmerk auf die
Tierhaltung und Zucht gefährdeter einheimischer und bestandsbedrohter europäischer
Tierarten. Seither gelang es immer häufiger, Tiere nachzuzüchten. Oftmals gelang
das überhaupt zum erstenmal in einem Tierpark. Auch der spätere Direktor, Dr. Werner Jorga, der von November 1984 bis August 2008 an der Spitze dieser Einrichtung stand, hatte sich ganz dem Anspruch des Hoyerswerdaer Tiergartens – der Erholung, Bildung und Forschung zu dienen – verschrieben.
So gibt es seit 1989 in der tiergärtnerischen Einrichtung eine Zooschule, deren Mitarbeiter durch Führungen, Exkursionen und Vorträge wesentlich einen praxisnahen Biologieunterricht verwirklichen helfen.
Ein im Sommer 1989 durch die Sektion Biowissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle und des Tiergarten Hoyerswerda veranstaltetes internationales Symposium zur Ökologie marderartiger Säugetiere, an dem 120 Experten aus 13 Ländern teilnahmen, verhalt dem Tiergarten Hoyerswerda zu internationalem Ansehen.
1994 wurde dem Antrag der Stadtverwaltung Hoyerswerda beim Regierungspräsidium Dresden stattgegeben, den Tiergarten als wissenschaftlich geleiteten Zoo anzuerkennen. Nun darf der Tiergarten Hoyerswerda offiziell unter dem Namen „Zoo" auftreten.
Allein diese Tatsache war und ist ein Ansporn für die weitere Gestaltung und Entwicklung des Zoos. So wurde beispielsweise 1997 das neue Tropenhaus eröffnet und viele Freunde des Zoos träumen von der geplanten Robbenanlage.
Nicht vergessen werden soll hier die Eröffnung des Zoo-Restaurants „Jambo“ am 15. Oktober 2008, das seine Gäste mit Köstlichkeiten der afrikanischen Küche im passenden Ambiente bewirtet.
Seit August 2008 lenkt nun Dr. Monika Häfner die Geschicke des Zoos Hoyerswerda. Sie wird auf dem Erreichten aufbauen und mit ihren neuen Ideen und Vorstellungen sicherlich zusätzlichen Schwung in die Zooentwicklung bringen.
Vom Tiergehege zum Zoo

1975 trat Günter Peters aus
Altersgründen in den Ruhestand.

Bären in ihrer Anlage